Lifestyle-Portraits Hannover I Sarah

Anfang Dezember war ich mit Sarah rund um den Landtag unterwegs, um von ihr (unter Assistenz von Steffi) eine kleine Fotostrecke mit Lifestyle-Portraits aufzunehmen. Die Bilder wollte sie ihrem Freund zu Weihnachten schenken, also musste alles noch relativ schnell über die Bühne gehen. Herausgekommen sind ein paar wirklich schöne Fotos von Sarah, von denen ich euch jetzt, nach Weihnachten, auch ein paar zeigen darf. ;-)

 

Wir haben uns also kurz nach Sarahs Anfrage für ein Vorgespräch in der Stadt getroffen und bei einem Mittagessen ganz ungezwungen über ihre Vorstellungen geplaudert.

Für mich ist so ein Gespräch, ob bei einem Essen oder nur bei einem Kaffee, eigentlich Voraussetzung für gelungene Bilder. Meist machen meine Kunden solche Fotos zum ersten Mal und sind dementsprechend unsicher und manchmal auch ängstlich, was da auf sie zukommen wird. Bei einer persönlichen Unterhaltung können Fragen schnell ausgeräumt werden, von meiner Seite auch ein bisschen Mut gemacht ;-) und von mir die Persönlichkeit und der Typ eingeschätzt werden. Dazu kommt noch, dass beim Wiedersehen zum Shooting wesentlich weniger Distanz da ist, weil man mich nun schon ein bisschen kennt. Auch wenn es pro Kunde ein zusätzlicher Aufwand ist, macht es mir ganz nebenbei auch viel Spaß, mehr von den Menschen zu erfahren, die ich da fotografieren werde.

“Bei Portraitfotos geht es nicht um das Foto, sondern in erster Linie um den Menschen”

So pathetisch das klingen mag, so wahr ist es doch. Wichtig ist die Beziehung zwischen dem Fotografen und dem Portraitierten – denn genau sie wird man auf den Fotos sehen. Dazu kommt, dass es nichts nützt, jemanden in einer Umgebung oder in einem Stil zu fotografieren, in der/dem er sich nicht wohl fühlt. Ich kann noch so bombastische Blitzsetups aufbauen und eine geile Location haben – wenn der Portraitierte ständig denkt: “Och nee, das bin ich einfach nicht gerade”, sieht man die Zweifel auf den Fotos IMMER!

Wer gerade mit der Fotografie anfängt, sollte sich das zu Herzen nehmen und sich erstmal nicht so sehr auf die Technik denn auf den Menschen vor der Kamera konzentrieren. Übrigens ist das der Grund, warum man das ganze noch NICHT GEGEN GELD anbieten sollte, wenn man die Technik nicht im Schlaf beherrscht. Wer sich ständig mit der Kamera, Blende, Zeit und Blitz beschäftigen muss, hat kein Auge für den Menschen vor der Linse mehr und vergisst völlig, ihn bei Laune zu halten und mit ihm zu reden.

Damit tut man sich letztlich selbst keinen Gefallen wenn man dafür auch noch Geld haben will, denn die Reputation durch ein Negativerlebnis eines Portraitierten kann stark durch so eine Erfahrung eines Kunden leiden, der ja eigentlich das Recht auf einen Könner hat, wenn er Geld bezahlt. Über Schlechtes wird eher gesprochen als über Gutes. Also lieber mit Freunden/Bekannten üben, üben, üben und sich dann ans Business wagen, bevor man sich einen negativen Ruf aufbaut, der noch Jahre später herumgeistern und Aufträge kaputtmachen kann…

Was dabei herauskommen kann, wenn sich MWC’s (“Moms with Cameras”) entscheiden, ohne Erfahrung mal eben ein Fotobusiness aufzumachen, sieht man immer wieder auf dieser Webseite… ;-(

Doch ich schweife mal wieder ab – zurück zu Sarah. Obwohl der Wetterbericht Regen und gefühlte Minusgrade angesagt hatte, trafen Steffi und ich uns mit ihr unter einem strahlend blauen Himmel vor der Markthalle in der Innenstadt von Hannover und machten mit meinem, für Portraitfotos bestückten, Rollkoffer die Gegend um den Landtag und das “Hohe Ufer” unsicher, um inmitten von Passanten bei eisigem Wind ein paar vernünftige und schöne Fotos von Sarah aufzunehmen. Und sie hat sich fantastisch geschlagen, so dass wir letztlich alle durchgefroren waren, sich der Lohn der Mühe aber schon anschließend beim Italiener gezeigt hat, als wir Sarah beim gemeinsamen Mittagessen die ersten unbearbeiteten Ergebnisse zeigen konnten. “Wow, DAS bin ICH?” – wenn man sowas als Fotograf hört, ist das die schönste Entlohnung für einen Knochenjob in der Kälte…

So, hier sind erstmal ein paar Bilder die ich mit freundlicher Genehmigung von Sarah zeigen darf. Technische Infos findet ihr dann am Schluss unter dem letzten Foto!

 

...und hier das erste Bild von oben noch mal in einer anderen Bearbeitung!

...und hier das erste Bild von oben noch mal in einer anderen Bearbeitung!

Technische Infos: Als Aufheller kam einzig die EzyBox 60x60cm mit einem Nikon SB-800 auf einem Stativ-Stab (von Steffi gehalten) zum Einsatz, ausgelöst durch PocketWizard FlexTT5 und MiniTT1 mit AC3-Controller. Dadurch musste ich nicht jedesmal etwas am Blitz verändern, sondern konnte den Blitz von der Kamera aus fern-einstellen und durch die Funktechnik auch in der prallen Sonne den Blitz auslösen. Das CLS von Nikon ist bei hoher Sonneneinstrahlung leider nicht so zuverlässig, außerdem hätte ich dann einen weiteren schweren Blitz als Auslöser auf der Kamera montieren müssen.

Bei den Objektiven war ich sparsam – ich habe nur das 50mm 1.4G, das 85 1.8 und das 70-200mm Mk I benutzt, meist bei Blenden zwischen 2.2 und 3.5…

Für die Nachbearbeitung habe ich die Bilder durch Lightroom gejagt und hier und da mit dem Pinselwerkzeug die Haut etwas weicher gemacht und ein bisschen Kontrast und Weißabgleich verändert. Das übliche halt…

So, das war’s schon wieder! Fragen stellt bitte wie immer in den Kommentaren. Wer nun Lust bekommen hat auf Portraitfotos von sich – meldet euch doch einfach mal, ein Treffen ist immer erst mal möglich. Und man muss wirklich keine Erfahrung als Model haben, um tolle Bilder mit mir zu machen. Wie man bei Sarah wunderschön sehen kann :-)

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zeigen verdecken 4 Kommentare

Carsten Neff - 27. Dezember 2011 - 07:46

Hallo Stefan. Wie wahr, Deine Worte. Wie schön, die Bilder 1 (2te Bearbeitung), 3 und 9. Deiner Bearbeitungs-Empfehlung "Das Übliche halt" möchte ich mich nicht anschließen. Die Gesichter in den High-Keys sind für meinen Geschmack schon ein wenig zu "clean". Deshalb gefällt mir das Bild 9 auch am besten. Grüße, Carsten

Frank - 27. Dezember 2011 - 21:10

Sehr schöne Serie, habe ja schon auf die restlichen gewartet.
Mein absoluter FAV ist die Aufnahme wo Sarah auf dem Kopfsteinpflaster steht, mit den Bäumen im Gegenlicht und dem wunderbaren Bokeh. ;-)

Gruß Frank

Barry John - 9. Januar 2012 - 21:14

Hi Stefan In sht no 3 did you use the LensBaby Composer to achieve this amazing focus control.
regards Barry

Stefan Simonsen - 11. Januar 2012 - 00:14

Hi Barry, did you mean the black & white one? Thats only the Nikon 85mm 1.8D with around f/2. It’s am amazing lens just for 350 to 400 Dollar ;-)

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