Am vergangenen Freitag hatte ich das Vergnügen, beim sogenannten “Diner en blanc” in der Innenstadt von Hannover ein paar Fotos für eine Nachrichtenagentur aufzunehmen.


Das Diner wurde quasi aus Paris importiert und fand zum dritten Mal statt.
Um zu verstehen, worum es geht, hier ein kleiner Auszug aus der Beschreibung der Facebook-Seite des Ablegers aus München:
1988 musste Monsieur P. aus Paris sein Sommerfest, für das er über 200 Freunde geladen hatte, kurzerhand in einen öffentlichen Park, den Bois de Boulogne verlegen, da in seinem eigenen Garten nicht genug Platz war. In den folgenden Jahren beschloss er, das Event – ohne Genehmigung – mitten in Paris abzuhalten und fand damit großen Anklang. Seither findet das ‘Dîner en blanc’ jedes Jahr an einem geheimen Ort in Paris statt. Jeder Gast muss pünktlich an einem bestimmten Punkt sein und bekommt dort weitere Anweisungen.
Alle Teilnehmer sind komplett weiß gekleidet und jeder hat einen Klappstuhl dabei, einen Klapptisch, ein weißes Tischtuch nebst Serviette, weißes Porzellangeschirr, weiße Kerzen und Wunderkerzen. Selbstverständlich bringt auch jeder Gast seine Speisen und Getränke mit. Wichtig ist, dass auch alles wieder mitgenommen wird und nichts zurückbleibt.
Zum 20. Jubiläum in Paris kamen 8.000 Teilnehmer auf die Champs Elysées und schlugen ihre Tische auf.
Bereits 2008 hatte ich bei meiner Arbeit für die Hannoversche Allgemeine Zeitung das erste Diner in Hannover fotografiert. Was mir besonders gut gefallen hat: Die Teilnehmer kommen aus allen möglichen Berufen und Gesellschaftsschichten und dieses jährliche Treffen hat für sie den Charakter eines Protestes: “Es geht darum, selbst etwas zu tun und nicht um die alltägliche Berieselung im Rahmen künstlicher Innenstadt-Belebung”, wie es so schön im Blog heißt…


So sah es beim ersten Diner en blanc in Hannover 2008 aus. Das Licht von rechts kommt übrigens von einem SB-900, ausgelöst per CLS, da es an Teilen des Tisches einfach schon zu dunkel war. Einer meiner ersten Termine mit der neuen D700 nach dem Umstieg von Canon zu Nikon ;-)
Fotografisch war es auch in diesem Jahr recht anspruchsvoll. Die Tafel war auf der Brücke der Leine-Wasserkunst direkt neben dem Landtag aufgebaut worden. Dadurch stand sie mit einem Teil in der untergehenden Abendsonne und mit dem anderen im Schatten, den die Bäume an der Leine warfen.
Durch die Verwendung von RAW-Dateien und Aperture habe ich aber, aus ersten Rückmeldungen zu schliessen, wohl doch einige ganz passable Bilder hinbekommen. ;-)
Einer der Vorteile von RAW-Dateien ist, dass man bei der Bearbeitung mit zum Beispiel Aperture von Apple oder Lightroom von Adobe noch locker 1.5 Blenden nach oben und unten korrigieren kann. Dazu wählt man die Tiefen und Lichter aus und kann sie getrennt hoch- oder herunterregeln.
Nun könnte man ja auf die Idee kommen, das als “Verrat an der Fotografie” zu brandmarken. Allerdings sind die modernen Digitalkameras zwar schon sehr gut, können aber nach wie vor nicht den hohen Tonwertumfang (also die einzelnen ABstufungen von hell bis dunkel) von analogem Film oder von dem noch hochwertigeren Dia-Film. Insofern ist also alles halb so wild… ;-)
So, genug Technikgeschwafel, hier sind jetzt die restlichen Bilder… Die und noch mehr von dieser Veranstaltung gibt es auch zum Download für private Zwecke hier: Link zur Bildgalerie (klicken)
Vielen Dank auch an die Teilnehmer, es hat einfach Spaß gemacht euch zuzuschauen. Bis zum nächsten Jahr!


Um den Sonnenuntergang etwas hervorzuheben, habe ich relativ stark abgeblendet. Ein SB-900 von links nach unten gerichtet sorgt hier dafür, dass die Tafel trotzdem gut ausgeleuchtet ist























3 Kommentare
Lieber Stephan,
wie kriegst Du bloß diese geile Schärfe hin, bei der jeder Pflasterstein noch einzeln zu betrachten ist. Toll.
That’s an amazing post. Thanks a lot
Wir waren auch dabei und es war wieder toll. Die Fotos sind super.